Startseite

Botschaft des Regierungsrates

 

Unsere Antworten
Der bundesrechtlich vorgegebene Standard für behindertengerechtes Bauen, der im geltenden Planungs- und Baugesetz (PBG) umgesetzt wird, genügt. In unserem ländlichen Kanton haben die meisten Mehrfamilienhäuser weniger als 9 Wohnungen, somit greifen die bundesrechtlich vorgegebenen Standards im Kanton Nidwalden nicht.

Nidwalden wäre in guter Gesellschaft
Die meisten Kantone setzen die Schwelle tiefer. Sie haben den dringenden Bedarf an weiteren hindernisfreien Wohnungen erkannt. Wie unser Vorschlag regeln deshalb die Kantone
- Uri,
- Aargau,
- die beiden Appenzell,
- Wallis und
- Bern
das hindernisfreie Bauen auch bereits bei 4 Wohneinheiten.

In den Kantonen
- Basel-Stadt,
- Neuenburg und
- Glarus
müssen sogar ausnahmslos alle Wohnungen anpassbar erstellt werden.
   
Bei Annahme der Initiative müsste selbst ein Doppeleinfamilienhaus mit je einer Einliegerwohnung die Auflagen zum hindernisfreieren Bauen erfüllen. Falls es zwei seperate Eingänge und Treppenaufgänge hat, stimmt dies nicht!

Ja, ein Haus mit vier Wohnungen an einem Treppenaufgang müsste anpassbar gebaut werden. Vielfach werden Einliegerwohnungen von nahen Verwandten bewohnt. Besonders Mehrgenerationen-Häuser sollten bei Bedarf hindernisfrei gemacht werden können.
 
Mehrwert statt Mehrkosten
Zusätzliche Auflagen sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, was auch Auswirkungen auf die Mieten nach sich zieht. Wenn bei Neubauten von Anfang an richtig geplant wird, gibt es
kein zusätzlicher Flächenbedarf und
keine zusätzliche Kosten.

Eine ETH-Studie und viele vorbidlich gebaute Beispiele zeigen das.
Hingegen gewährleisten anpassbare Wohnungen eine vielfältige Nutzbarkeit für alle Lebensphasen.
Massive Mehrkosten für die Allgemeinheit fallen morgen an, wenn wir heute der hindernisfreien Bauweise zuwenig Beachtung schenken.
 

Die Initiative ist nötig!
Die Bauherrschaft soll ihre Eigenverantwortung selber wahrnehmen; nicht jedes Anliegen, sei es noch so berechtigt, muss gesetzlich verankert werden. Bisher wurden viele Mehrfamilienhäuser hindernisfrei gebaut, weil in der Vergangenheit ein Bonus in der Ausnutzung geltend gemacht werden konnte.
Mit dem neuen Gesetz entfallen sämtliche Anreize, neue Wohnbauten hindernisfrei (alters und behindertengerecht) zu erstellen.
Es gibt keinen Bonus mehr für die hindernisfreie Bauweise.

Dieser Bonus wurde bisher rege benutzt. Die Baugesuche/Baupläne wurden dann von der Beratungsstelle Hindernisfrei Bauen Nid- und Obwalden begutachtet. Rund 75% aller Projekte für angeblich hindernisfreie Bauten mussten noch angepasst werden!

Das neue Gesetz ist ohne unsere Regelung ein Rückschritt!

Wenn nur noch Mehrfamilienhäuser ab 8 Wohnungen überprüft werden, wer bemerkt und korrigiert dann in Zukunft diese "Baumägel" ?